Die moralische Bewertung von Zinsen

Die moralische Bewertung von Zinsen

Nach dem Erscheinen meines ersten eBooks Die Tagessparplan-Methode bin ich oft gefragt worden, wie ich zu den Zinseszinsen stehe, die von der Methode genutzt werden.

Gerne erweitere ich das Buch um ein entsprechendes Kapitel und veröffentliche dieses bereits vorab auf dem Blog, denn die moralische Bewertung ist ein Thema, das mich selbst auch schon beschäftigt hat.

Geld war ursprünglich einmal nichts weiter als ein Hilfsmittel beim Kauf und Verkauf von Waren. Anstatt direkt Milch gegen Äpfel zu tauschen, konnte durch die Erfindung des Geldes der Tausch zeitlich und räumlich verlagert werden.


Ein Bauer übergab einem Händler Milch gegen Geld und konnte dafür einige Wochen später bei einem anderen Händler Äpfel kaufen und sich dafür die für ihn passende Zeit aussuchen und auch an einem ganz anderen Ort kaufen, wenn er einmal auf Reisen war.

Soweit so einfach und so gut und auch sehr praktisch für alle Beteiligten.

Doch diese einfachen Zeiten sind lange vorbei und die Welt hat sich weiter gedreht.


Mittlerweile ist der Abstraktionsgrad weiter angestiegen und das Geld wird jetzt selbst wie eine Ware an Kapitalmärkten gehandelt.

Viele Firmen, die einst lediglich durch Design und Produktion Einnahmen erzielten, verdienen mittlerweile mehr Geld mit dem Handel von Geld und davon abgeleiteten Derivaten als mit ihren eigentlichen Produkten.

Der Geldhandel lockt mit den hohen Gewinnen viele Talente an, die dann in der echten Wertschöpfung fehlen.

Die Ursachen der hohen erzielbaren Gewinne liegen in der Staatsverschuldung und deren exponentiellem Wachstum durch den Zinseszinseffekt sowie in der Geldschöpfung durch das Bankensystem, die die Geldmengen beständig und immer schneller ansteigen lassen.

Dadurch fallen prozentuale Gewinne an auf eine schnell größer werden Geldmenge und die Gewinne steigen dadurch ebenfalls stark an.

Diese Entwicklung ist überaus ungut und hat einige unschöne Begleiterscheinungen wie z.B. Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Demontage des ehedem guten deutschen Bildungssystems, Demokratieabbau und Anderes.

Daher bin ich persönlich der Meinung, dass die Schuldsumme im gesamten System drastisch zurück gefahren werden muss auf allen Ebenen. D.h. auf Bundes- und Landesebene, in den Kommunen, Privatfirmen genauso wie bei den Privatleuten.

Und dass zusätzlich geprüft werden sollte, wie es möglich ist, Zinseszinsen entweder zu verbieten oder deren exponentieller Sprengkraft den größten Teil ihrer Wucht zu nehmen.

Total schädlich und sehr leistungsfeindlich ist hier vor allem unsere Steuergesetzgebung, die Einnahmen aus echter Arbeit mit fast 50% wesentlich höher besteuert als Einnahmen aus Kapitalvermögen, die fast nur halb so hoch besteuert werden.

Dieses schlechte Verhältnis muss im ersten Schritt mindestens umgekehrt werden, wenn nicht sogar die Steuern auf Kapitalerträge sogar über 50% betragen sollten.

Denn die Wirkung der aktuellen Steuergesetzgebung ist, dass Geld in ganz großem Maßstab von fleißig zu reich umverteilt wird durch den Staat als Erfüllungsgehilfen der Kapitaleigner. Unter anderem führt sie zu einer deutlichen Schwächung der Innovationskraft der Volkswirtschaft, weil durch das starke Absaugen ihrer Einnahmen über die Steuern intelligente und fleißige Menschen durch ihre eigene Arbeit wesentlich langsamer Kapital aufbauen können, um neue innovative Unternehmen aufzubauen. Und viel später als sinnvoll und notwendig in die Lage kommen, über die Verwendung von Geld in unserer Gesellschaft in nennenswertem Umfang mitzuentscheiden.

Ich sage das, obwohl ich selbst Geld anlege und damit ordentliche Gewinne erwirtschafte.

Und rate Dir ebenfalls nicht nur im Rahmen der Tagessparplan-Methode, sondern auch in weiteren in Arbeit befindlichen Büchern über Geld dazu, das ebenfalls zu tun.

Denn solange die Gesetzeslage ist wie sie ist, hast Du neben dem Engagement für eine Änderung dieser Steuergesetze lediglich die Alternative, entweder das Opfer zu spielen und treu und doof für all die Zinsen und Zinseszinsen zu bezahlen, die überall anfallen. Oder Dir einen Teil davon zurück zu holen, bis die Steuergesetze verbessert werden.

Zinsen fallen in Summe in enormer Höhe an. Einige von ihnen sind direkt sichtbar und viele sind etwas versteckter und nicht unmittelbar ersichtlich.

Über Deine Steuern bezahlst Du für die immensen Staatsschulden Zinsen, die bereits einen erheblichen Anteil des Bundeshaushaltes, der Länderhaushalte und der kommunalen Haushalte ausmachen.

Aber das ist noch längst nicht alles!

Hinzu kommen die Zinsen für die Schulden der Unternehmen, die diese natürlich in die Preise ihrer Produkte und Dienstleistungen einkalkulieren.

Mit anderen Worten: Der normale Steuerbürger wird mittlerweile in einem gewaltigen Ausmaß durch Zinszahlungen geschröpft.

Wenn Du finanziell auf einen grünen Zweig kommen willst, so sind Deine wichtigsten Aufgaben also:

  1. Deine eigenen Schulden so rasch wie möglich auf Null zu reduzieren, wenn Du welche haben solltest. Und damit Zinszahlungen fast vollständig zu vermeiden.
  2. Selbst Zinsen zu erwirtschaften auf Dein eigenes Geld.

Nur dadurch kannst Du in einem Umfeld bestehen, in dem Geld über den Zins-Mechanismus in gigantischem Maße von fleißig nach vermögend umverteilt wird.

Stelle Dich also auf die richtige Seite dieser Ungleichung und wenn Du meiner Argumentation folgen solltest bei der Bewertung der Auswirkungen zu hoher Zinseszinsen bzw. deren steuerlicher Bevorteilung gegenüber echter Wertschöpfung, so bringe Dich in die politische Willensbildung ein, um diesen Fehler zu korrigieren.

Inhaltsverzeichnis

Fazit

Ich bin für eine Linderung der für die Allgemeinheit und die volkswirtschaftliche Prosperität eher schädlichen Auswirkungen des Zinseszinseffekts.

Indem zum Beispiel die Steuern auf Kapitalerträge drastisch erhöht und die Steuern für Einkommen aus echter Arbeit entsprechend reduziert werden.

Und ich beteilige mich auch gerne an der öffentlichen Willensbildung in dieser Richtung und zahle dann ebenfalls auch gerne höhere Steuern auf meine Einnahmen aus Kapitalerträgen.

Jedoch erachte ich dies nur als sinnvoll, wenn dies für alle gilt im Rahmen einer allgemeinen Steuer- und oder sonstigen Gesetzgebung.


Einzelner individueller Verzicht erscheint mir hier eher töricht, solange große Organisationen und sehr vermögende Erben im großen Stil Geld aus der Volkswirtschaft absaugen.

Bis es in Punkto verbesserte Gesetzgebung so weit ist, rate ich daher dringend jedem, seine Zinszahlungen soweit zu reduzieren wie es ihm individuell möglich ist. Auch wenn das nicht vollständig möglich ist, weil in unser aller Namen durch staatliche Institutionen gigantische Schulden angehäuft und Teile von unser aller Besitz verpfändet werden. Und weil in allen Preisen die jeweiligen Zinslasten mit bezahlt werden und mir vollständiger Konsumverzicht zur Vermeidung dieser indirekten Zinszahlungen nicht so richtig attraktiv vorkommt. 😉

Doch bringt es schon viel, keine Konsumenten-, Dispo- oder Warenkredite und ähnliches aufzunehmen.

Weiterhin rate ich bis zu einer Änderung der unschönen gesetzlichen Bevorzugung von Einnahmen aus Kapitalerträgen dringend dazu, eben diese zu erzielen und zwar so viel davon wie möglich.

Denn wenn Du auf diese Weise viel Geld erwirbst, so erwirbst Du auch viel Einfluss.

Und mit viel Einfluss kannst Du schneller und besser die Welt verändern zum Positiven hin.

Sowohl Deine eigene Welt als die Welt Anderer.

Mache Dich also auf und erziele nach Herzenslust Kapitalerträge.

Dies steht nicht im Widerspruch dazu, eine für alle geltende andere Gesetzgebung für Kapitalerträge zu fordern.

Schlusswort

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Ich wünsche Dir ganz viel Spaß & Erfolg bei dem, was Du tust!
Dein NLPete

2 Gedanken zu „Die moralische Bewertung von Zinsen“

  1. Der Mensch und das Geld

    „Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der Barbarei zurückführt. …Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen.“

    Silvio Gesell (Geld oder Krieg)

    Solange niemand wusste, wie das Geld an den Menschen anzupassen ist, musste der Kulturmensch durch eine Programmierung des kollektiv Unbewussten an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld angepasst werden. Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe):

    „Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.“

    (Nag Hammadi Library / Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses)

    Paradies = freie Marktwirtschaft
    Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
    Baum des (ewigen) Lebens = Geldkreislauf
    Baum der Erkenntnis = Geldverleih
    Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
    Gott = künstlicher Archetyp „Investor“

    „Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.“

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22)

    Seit er „aus dem Paradies vertrieben“ wurde, d. h. die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus (Erbsünde) verloren hat, will also der Mensch den „großen Investor“ spielen. Darum wurde die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft), in der allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden selbstverständlich werden, bis heute nicht verwirklicht:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html


    1. Hallo Stefan,

      da ich ein Befürworter freier Meinungsäußerung bin
      und gegen Zensur, habe ich Deinen Kommentar freigeschaltet.

      Ich würde mir jedoch wünschen, dass Du nicht nur Zitate
      in einen Kommentar hinein kopierst, sondern auch eine konkrete
      allgemein verständliche Meinung dazu äußerst.

      Am Besten mit eigenen Worten.

      Denn natürlich kann man zum Zinseszins-System kritische Worte
      finden und auch ich bin der Meinung, dass das Gewicht der
      Zinswirtschaft zu stark zu Lasten der Realwirtschaft verschoben wurde
      in den letzten 2-3 Jahrzehnten und dies korrigiert werden muss.

      Z.B. mit

      • einem Vollgeldsystem ohne das Privileg der Luftgeldschöpfung
        für Banken

      • einer Besteuerung von Zinseinnahmen, die nicht fast nur die
        Hälfte der Besteuerung von Arbeitseinkommen beträgt,
        sondern eher das Doppelte

      • einem Trennbankensystem

      • demokratisch entschiedener Geldmengensteuerung

      • usw. usf.

      Wirre religiöse Zitate bringen die meisten Menschen
      diesbezüglich jedoch nicht weiter.

      Wir sollten da schon irgendwie näher an der Gegenwart
      argumentieren als mit Jahrtausende alten religiösen Sprüchen.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Viele Grüße

      NLPete


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